Messier-Objekte mit freiem Auge (Messier Objects for the naked eye)

Der 110 Objekte zählende Katalog enthält einige der hellsten Deep-Sky-Objekte des Himmels. Bei meinen Recherchen, bin ich auf insgesamt 42 Objekte gestossen, zu denen Beobachtungen mit dem bloßen Auge existieren. Doch selbst unter guten mitteleuropäischen Bedingungen mit einer Grenzgröße von 6m5 sind kaum 20 dieser Objekte zu erkennen.

Observed! - deutet auf eine erfolgreiche Sichtung des Objektes von mir ohne optische Hilfsmittel hin

 

M2 - GC - Aqr - 6m4

Dieses Objekt ist schwieriger erkennbar, als seine Helligkeit vermuten lässt. Er spannt mit Beta und Delta Aquarii ein Dreieck auf, in dessen rechtem Winkel er sich befindet. Der Kugelsternhaufen ist in 1 Grad Umfeld das einzige Objekt, das mit dem bloßen Auge bei einer Grenzgröße >6m5 in der Region erkennbar sein sollte. Daher sollte vielleicht in einer exzellenten Nacht ein Versuch nicht gescheut werden.  

M3 - GC - CVn - 5m9

Observed! M3 ohne optische Hilfsmittel (außer einer Brille ;) ) aufzufinden ist keine leichte Aufgabe. Trotzdem ist es mir im Frühjahr 2002 in Brandenburg bei einer Grenzgröße von 6m2 gelungen. Das Objekt erschien nur indirekt als fast stellarer Fleck, den ich nicht auf die Dauer der Sichtung halten konnte. Problematisch sind die vielen Sterne nahe an der Sichtbarkeitsgrenze, die man ohne Sternkarte leicht mit dem Kugelsternhaufen verwechseln kann.. Zum Glück steht das Objekt in Mitteleuropa hoch am Himmel.

M4 - GC - Sco - 5m8

Observed! Den hellen Kugelsternhaufen vom europäischen Festland aus, mit bloßem Auge betrachten zu wollen, dürfte wohl ein sinnloses Unterfangen sein. Er steht einfach zu tief am Himmel. Zudem stehen gleich zwei sehr helle Sterne (Antares, Sigma Scorpii) nur jeweils etwa 1 Grad entfernt. Unter 7m4-Himmel auf dem Roque de los Muchachos konnte ich den Haufen jedoch mit indirektem Sehen als großen Nebelfleck erkennen. Ein beeindruckender Anblick.

M5 - GC - Ser - 5m7

Observed! M5 ist von seiner Erscheinung her M13 nicht unähnlich. Die angegebene Helligkeit ist zumindest ebenso groß. Trotzdem ist M5 deutlich schwieriger freisichtig zu erkennen, als M13. Das hat 2 Ursachen: Zum einen steht M5 fast 35° südlicher am Himmel als M13, und zum anderen befindet sich der 5m-Stern 5 Serpentis weniger als einen Vollmonddurchmesser südlich von ihm. Trotzdem ist er unter guten Bedingungen irgendwo zwischen 6m0 und 6m5 erkennbar. Er wirkt wie ein winziger nebeliger Fortsatz von 5 Ser nach Norden hin.

M6 - OC - Sco - 4m2

Observed! Der helle Scorpius-Sternhaufen sollte ein einfaches Objekt für das bloße Auge sein. Er steht westlich der großen Sagittarius-Milchstraßenwolke vor einen durch intergalaktischen Staub stark abgedunkelten Hintergrund. Leider steht dieses Objekt zu tief für Brandenburg. Er läßt sich von hier (52°19' n.B) nur in den besten Nächten mit dem Teleskop beobachten. Der gleiche Versuch könnte von Süddeutschland aus jedoch von Erfolg gekrönt werden. Auf La Palma konnte ich den Haufen ohne Probleme in jeder klaren mondlosen Sommernacht als länglichen Nebelfleck wahrnehmen.

M7 - OC - Sco - 3m3

Observed! Dieser Haufen ist sehr einfach freisichtig zu erkennen. Von der Toskana aus, konnte ich ihn als deutlichen Nebelfleck, und hellsten Teil der hellen Scorpius-Milchstraßenwolke erkennen. Auch von den Alpen und selbst von Süddeutschland gelingt dies! Theoretisch könnte das Auge den Haufen sogar in Einzelsterne auflösen, doch diese stehen einfach zu dicht zusammen. Es ist auch beeindruckend, den Sternhaufen von Südösterreich im Herbst zu betrachten, wo er bei untergehen einzelne Bergketten streift. Visuell ein Erlebnis.

M8 - Neb+OC - Sgr - 5m0

Observed! Bei guter Horizontsicht ist dieses Schauobjekt sogar von Norddeutschland aus einfach mit bloßem Auge wahrzunehmen. Man nimmt dann in einer dunklen Nacht einen etwa 2-3:1 in Ost-West-Richtung elongierten Nebelfleck wahr. Ist die Transparenz nicht ganz so gut, ist der Nebel z.B. von Brandenburg aus der letzte freisichtig wahrnehmbare Artefakt der nach Süden vordringenden Milchstraße.

M10 - GC - Sco - 6m6

Observed! Besonders schwierig, aber da der Haufen im Feldstecher bereits verdächtig hell ist, wagte ich in einer sehr klaren Mai-Nacht den Versuch, und das fand mit indirektem Sehen am Rande der Wahrnehmbarkeit. Sicherlich nicht dauerhaft zu halten.

M11 - OC - Sct - 5m8

Observed! Trotz der großen Helligkeit ist es mir noch nicht gelungen, den Sternhaufen von verschiedenen Standorten in Mitteleuropa wahrzunehmen. Selbst in den Alpen, wo M33 mit bloßem Auge sichtbar war. Der Hintergrund der sehr hellen Schildwolke mindert den Kontrast enorm. Von Deutschland aus gelang es mir nur einmal, den hellen Sternhaufen mit indirektem Sehen zu erkennen. Auf dem 2400m hohen Roque de los Muchachos ist er indirekt jedoch deutlich als Nebel sichtbar.

M13 - GC - Her - 5m7

Observed! M13 ist für den deutschen Sprachraum ein gutes Testobjekt für vernünftige Beobachtungsbedingungen. Wenn man ihn einmal an seiner markanten Position im Herkulesviereck erspähen konnte, wird man ihn und gegebenen Bedingungen dort auch immer wieder finden. Keiner hellerer Stern steht in seiner näheren Umgebung, und so können Verwechselungen ziemlich sicher vermieden werden. Ab einer Grenzgröße von nicht ganz 6m0 sollte es möglich sein ihn wahrzunehmen. In den Alpen ist er dann unter transparentem Himmel schon recht auffällig als unscharfer Stern wahrnehmbar.

M15 - GC - Peg - 6m0

Observed! Dieser Kugelsternhaufen ist etwas schwieriger freisichtig wahrzunehmen, als z.B. M5 oder M13. Problematisch ist helle 6m1-Stern nur wenig östlich von M15. Kann dieser nicht ohne optische Hilfe erkannt werden, so ist die Suche nach dem Kugelsternhaufen wohl auch nicht von Erfolg gekrönt. Aber selbst wenn er zu erkennen ist, so stört er bis zu einer gewissen Grenzgröße die Wahrnehmung. Unter transparentem Alpenhimmel mit fst* 7m0 im Zenit, erkennt man jedoch einen länglichen Fleck an der Position von Stern und Haufen. An der Seite von M15 wirkte dieser Fleck deutlich breiter und diffuser.

M16 - OC - Ser - 6m0

Observed! Der Sternhaufen ist an und für sich im Feldstecher ein helles und auffällendes Objekt. Es gibt etliche Aufzeichnungen, nach denen der gesamte Komplex unter sehr gutem Himmel als unscharfer, fast sternförmiger Fleck freisichtig wahrgenommen wurde. Wenn eine Nacht in Mitteleuropa so transparent ist, das M8, M17 und M22 freisichtig erkennbar sind, so könnte eventuell auch der Versuch an M16 erfolgreich sein. Vom Roque de los Muchachos auf La Palma, ist der Haufen mit einer Karte und indirektem Sehen deutlich freisichtig zu erkennen.

M17 - Neb - Sgr - 6m0

Observed! Der helle Gasnebel im Sagittarius sollte auf jeden Fall sichtbar sein, wenn M16 zu erkennen ist. Ich schätze, das er etwas einfacher ist als dieser. Schon letztes Jahr habe ich in den Alpen gerätselt, ob ich M17 freisichtig erkannt hatte. Vom 5m-Stern im Westen von M17 zog sich ein deutlicher Nebel gen Osten. Allerdings war ich mir bei der Sichtung damals nicht sicher ob es vielleicht doch nur ein heller Milchstraßenausläufer war. Schwierig für Deutschland ist vor allem die geringe Höhe über dem Horizont. Die im Hintergrund liegende Milchstraße reduziert den Kontrast ebenfalls.

M20 - Neb - Sgr - 6m3

Der Trifidnebel ist kein einfaches Objekt für Ferngläser. Ich bezweifele eigentlich, das man ihn tatsächlich mit freiem Auge wahrnehmen kann. Von einem dunklen südlichen Standpunkt aus, ist sicherlich ein Teil des Sternskeletts von M20 wahrnehmbar. Der Nebel wird wohl kaum als solcher erkennbar sein. Trotzdem schreibt der amerikanische Beobachter Steve Coe, der er den Trifid selbst von nur mäßig dunklen Orten wahrnehmen konnte. Für Mitteleuropäer aber wohl ein sinnloses Unterfangen. 

M21 - OC - Sgr - 5m9

Ein interessantes Projekt für einen guten mitteleuropäischen Spätsommerhimmel. Der Sternhaufen ist hell aber kompakt. Wenn er freisichtig wahrnehmbar ist, dann als unscharfer Stern ähnlich M13. Problematisch ist der Stand von nur 15-20° über unserem Horizont.

M22 - GC - Sgr - 5m1

Observed! Leider hatten meine ersten Versuche, diesen hellen Haufen vom nördlichen Mitteldeutschland freisichtig wahrzunehmen, keine Früchte getragen - selbst in guten Nächten stand er hier einfach zu tief. Nichts desto trotz ist er für Süddeutschland leicht erreichbar - es gibt genügend Beobachtungen, die ihn gar als einfach einstufen. Als Aufsuchhilfe kann der sogenannte "Milky Dipper" dienen - ein Sternmuster, das sich aus dem Teekannenhenkel, sowie seiner Verlängerung über den Deckel ergibt, und dem Großen Wagen ähnelt. In einer sehr guten Sommernacht im Jahr 2002 konnte ich ihn dann doch knapp an der Wahrnehmbarkeitsgrenze erhaschen.

M23 - OC - Sgr - 5m5

Observed! Dieser reiche große Sternhaufen sollte unter guten Bedingungen wirklich für das bloße Auge erreichbar sein. Die Suche beginnt bei der großen Sternwolke M24, von der aus man den Blick nach Westen wandern läßt. HD163245 ist ein 6m5-Stern am Westrand des Haufens - sind die Bedingungen so gut, das man selbst ihn wahrnehmen kann, so sollte der Nebel ein auffälliges Objekt sein. In der Regel sollte der Sternhaufen aber auch bei etwas geringerer Grenzgröße in der Region wahrnehmbar sein. Leider steht er nur 20 - 25° über dem Horizont.

M24 - Sternwolke - Sgr - 3m1

Observed! Die "Delle Caustiche" ist eines der leichtesten Objekt für das bloße Auge, und in einer klaren Sommernacht von Mitteleuropa aus, als deutlicher hellerer Teil der Milchstraße erscheinen. Sie hat eine enorme Ausdehnung, und ist ein beeindruckendes Objekt am Nachthimmel - vielleicht sowas wie eine Miniversion der Magellan'schen Wolken.

M25 - OC - Sgr - 4m6

Observed! Östlich von M24 findet sich noch ein, die Milchstraßenwolke begleitender Nebellfleck. Ich konnte ihn beispielsweise von Kärnten aus ziemlich einfach wahrnehmen, wobei besonders nördlich des Nebels einige Sterne erkennbar sind. Allerdings steht M25 vor einem ziemlich hellen Milchstraßenhintergrund. Rein theoretisch lassen sich von der Südhalbkugel des Erde aus sogar einzelne Sterne in diesem Haufen ohne optische Hilfe erkennen.

M31 - GX - And - 3m4

Observed! Die hellste Galaxie des nördlichen Himmels ist ein beeindruckendes Objekt. Ich war überrascht wie gut sie unter mäßigem Landhimmel schon wahrnehmbar ist. Sicherlich muss man hier mit indirektem Sehen arbeiten um den länglichen Nebel zu erhaschen. Wir es noch dunkeler, ist M31 selbst bei unmotivierten umherschauen ein auffallendes Objekt. In Österreich habe ich unter 7m0-Himmel die Erfahrung gemacht, das die Galaxie auch mit direktem Sehen nicht mehr verschwindet - man erkennt zwar nur den Kern aber sie bleibt auch direkt sichtbar!

M33 - GX - And - 5m7

Observed! Die zweite große Spirale aus unserer lokalen Gruppe ist das ultimative Testobjekt für die Beobachtungsbedingungen. Die höchsten vier Abschnitte, der Bortle-Scala (Skala zur Bestimmung der Himmelsqualität) lassen sich allein anhand der Sichtbarkeit von M33 feststellen! Meiner Erfahrung nach, reicht ein guter Landhimmel mit 6m5 freisichtiger Grenzgröße nicht aus, um die Galaxie wahrzunehmen. Es sollte schon der dunkelste Fleck sein, den man erreichen kann - das impliziert aber nicht unbedingt eine Beobachtung im Hochgebirge. Viel wichtiger sind ein sehr transparenter Himmel, ein wirklich dunkeler Himmelshintergrund, ein hoher Stand der Galaxie (ab ca. 40° über dem Horizont) und vor allem gute Adaption und Ruhe. Meine erste Sichtung gelang mir im Süd-Kärntener Voralpenland auf etwa 650m Meereshöhe. Die Galaxie war nur mit konzentriertem Sehen indirekt zu erhaschen. Weiterhin war sie trotz 7m0-Bedingungen nur etwa 30% der Zeit zu sehen. Sie erscheint dann aber als deutlicher Nebelfleck in Form einer Linse. Wichtige Indikatoren für die Sichtbarkeit sind die beiden Sterne HD 10348 (5m99) und HD 9714 (6m87). Wenn letzterer zu freisichtig zu erkennen ist, sollte auch die Galaxie machbar sein. Die Sterne dienen auch als Bezugspunkte für das indirekte Sehen. Hier werden die Dimensionen der Bortle-Skala klar - für Bortle 1, muss die Galaxie per direkter Sicht(!) ein auffälliges(!) Objekt sein!! 

M34 - Oc - Per - 6m0

Observed! Der Sternhaufen ist unter guten Bedingungen ein recht einfach wahrnehmbares Objekt. Bei wirklich exzellenten Bedingungen ist er sogar ein direkt sichtbarer auffallender Nebelfleck. Er liegt fast auf der Hälfte der Verbindungslinie Beta Per - Gamma And. Hier sollte man etwas nördlich dieser Linie mit gut adaptierten Augen auf die Suche gehen.

M35 - Oc - Gem - 6m0

Observed!  Dieser Sternhaufen befindet sich markant am Fuss der Zwillinge. Er sollte eigentlich in jeder guten Winternacht (mit fst.: >=6m0) zumindest indirekt als Nebelfleck erkennbar sein. Er erscheint wegen seiner enormen Größe flächig. Karl Thurner weist sogar auf eine eventuelle Sichtbarkeit von Einzelsternen unter Extrembedingungen hin. Das wird aber kaum möglich sein, denn selbst der hellste Stern erreicht nur 7m4, und der nebelige Hintergrund des Sternhaufens sowie das reiche Sternumfeld reduzieren den Kontrast. 

M36 - Oc - Aur - 6m0

Von den hellen Fuhrmann-Messier-Sternhaufen stellt M36 sozusagen das "mittlere Kind" dar. Es git die Hierachie - wenn M 37 freisichtig erkennbar ist, so lohnt auch der Versuch diesen kleinen hellen Sternhaufen ohne optische Hilfe zu suchen. Es gibt ausreichend Berichte, nach denen er mit bloßem Auge erkennbar ist, aber wohl nur unter exzellentem Himmel, wenn der Fuhrmann hoch am Himmel steht. 

M37 - Oc - Aur - 5m6

Observed!  M37 ist der hellste der 3 Fuhrmann-Sternhaufen. Er ist auch das einfachste der 3 Objekte, das freisichtig wahrgenommen werden kann. Im Grunde genommen sollte eine klare und dunkele Winternacht, und etwas Ruhe ausreichen, um ihn tatsächlich wahrzunehmen. Bei meiner Sichtung im Herbst 2002 hatte es schon exzellente Bedingungen mit 6m7 und das Objekt stand fast im Meridian. Mühsam habe ich die Feldsterne heraussortiert und M37 indirekt als kleinen Nebel wahrgenommen.

M38 - Oc - Aur - 6m4

Observed! Ein schwieriges Objekt im Fuhrmann, für das bloße Auge. Das kann man sich im Feldstecher am besten vor Augen führen. M38 wirkt von der Flächenhelligkeit her relativ schwach. Nur wenn man M37 freisichtig erfassen kann, lohnt in meinen Augen der Versuch. Von Mitteleuropa muss man wohl einen sehr dunklen Platz zur Verfügung haben. Dazu eine extreme Nacht, den Fuhrmann im Zenit, idealer Weise eine Liegestuhl und eine genaue Kenntnis der Position sowie störender Feldsterne. In der bereits in M 37 erwähnten 6m7Nacht, gelang es mir auch, M38 als deutlichen Nebelfleck wahrzunehmen. Er ist deutlich flächiger als M37. Eine knotig verdichtete Sternkette im Fuhrmann kann als Wegweiser dienen.

M39 - Oc - Cyg - 4m6

Observed!  Der helle Sternhaufen wurde ev. schon von Aristoteles mit dem bloßen Auge(!) als Komet entdeckt (siehe M41). Trotz der großen Helligkeit ist das Objekt nicht einfach, obwohl seine 2 hellsten Sterne mit 6m8 unter sehr gutem Himmel sogar schon auflösbar sein könnten. Schuld ist die sehr helle Cygnus-Milchstraße. Am besten vergleicht man jeden sichtbaren Stern der Region mit einer Sternkarte und arbeitet sich so zum Sternhaufen vor. Das Sternbild Eidechse kann als Ausgangspunkt dienen.

M41 - Oc - CMa - 4m5

Observed! Auch wenn sogar schon der Karkoschka von der einfachen Sichtbarkeit des Objektes mit bloßem Auge berichtet, muss ich doch sagen, das dies mit Vorsicht zu genießen ist. Da M 41 für Norddeutschland nur 15 Grad über dem Horizont steht, braucht es schon eine Nacht mit guter Horizontsicht, um den kleinen Nebelfleck südlich von Sirius deutlich werden zu lassen. Indirektes Sehen ist sicherlich angebracht.  Auch M 41 ist vermutlich schon von Aristoteles mit dem bloßen Auge entdeckt worden. Er beschrieb in seinem Werk "Meteorologica" im Abschnitt "Kometen" ein kometares Objekt südlich von Sirius. Von den Alpen aus, ist M41 auf jeden Fall ein helles und deutliches kleines Nebelchen - schon mit direkter Sicht wahrnehmbar.

M42 - Neb - Ori - 3m5

Observed! Mit dem bloßen Auge erscheint der Orionnebel kaum beeindruckend. Das gesamte Schwert des Orion erscheint als länglicher Nebel. Mit etwas Zeit kann das Auge den Nebel in etwa 4 Partien unterscheiden. Etwas unterhalb der Mitte dieses "Nebelkomplexes" erscheint ein fast noch sternförmiger Fleck involviert - der Orionnebel. Manche Autoren beschreiben ihn auch einfach als mittleren Stern im Schwert des Orion,

M44 - Oc - Cnc - 3m1

Observed! Als einer der am einfachsten sichtbaren "Nebel" am Himmel, ist M44 ein gutes Einstiegsobjekt für die Beobachtung mit dem bloßen Auge. In einer dunklen Nacht, erscheint am Himmel ein ziemlich heller und großer Nebelfleck - er ist sogar und dunstigem Himmel oder bei nicht all zu hellem Mondschein noch sichtbar. Auch hier wären die hellsten Sterne theoretisch für das Auge erreichbar, aber sie stehen einfach zu dicht gedrängt.

M45 - Oc - Tau - 1m2

Observed!  Die Plejaden waren das erste Messier-Objekt, welches ich für mich selbst, bei einem flüchtigen Blick in den Himmel aufgefunden habe. Sie erschienen mir merkwürdig und sehr auffällig - wie ein kleiner Sternklumpen in einer sonst sternarmen Region. Die Plejaden sind selbst bei Vollmond noch mit 6-7 Sternen erkennbar. Bei durchschnittlichem Himmel können meine Augen etwa 9-10 Sterne erfassen. Unter gutem österreichischen Himmel waren es sogar 12-13, wobei dann die Abgrenzung des Sternhaufens etwas schwieriger wird. Sicherlich ist der Haufen ein Glanzlicht am Himmel, das man immer wieder gern mit Genuss betrachtet.

M46 - Oc - Pup - 6m1

Schon Walter Scott Houston platzierte in seiner Reihe "Deep-Sky-Wonders" den Haufen unter die mit bloßem Auge sichtbaren Objekte. Auch Steve Coe beschreibt den Haufen als von den meisten seiner Beobachtungsplätze in Arizona, als freisichtig erkennbar. Ein mitteleuropäischer Beobachter hat es wohl ungleich schwerer. Der Haufen sollte wirklich nur unter besten Bedingungen wirklich wahrnehmbar sein. Zuerst sollte der einfach freisichtig wahrnehmbare M47 lokalisiert werden. Dann sucht man nach den beiden 5mag bzw. 6mag Sternen 4 Pup und 2 Pup. Etwas in der Mitte zwischen M47 und den Sternen sollte der schwache Lichtfleck zu finden sein. Indirektes Sehen ist wohl angebracht.

M47 - Oc - Pup - 4m4

Observed! Der Sternhaufen ist selbst von Mitteleuropa aus ziemlich einfach freisichtig zu erkennen. Ich nutze dies gern bei seiner Beobachtung. Meist kann man ihn einfach ohne Sucher anpeilen. Er erscheint in der sternarmen Region nicht als Nebel sondern tatsächlich wie eine kompakte Sterngruppe oder eher Sternknoten, den selbst scharfe Augen nicht auflösen können. 

M48 - Oc - Hya - 5m8

Observed! In einer durchschnittlichen Nacht ist M48 nur schwer mit bloßem Auge erkennbar. Ist die Transparenz jedoch gegeben, und der Himmel gut, dann kann man einen per indirekter Sicht recht deutlichen großen Nebelfleck erkennen. Idealerweise sollte man sich zum aufsuchen an Zeta Monocerotis und dem Kopf der Hydra orientieren. M48 ist ein gutes Testobjekt, für die des öfteren dunstigen Frühjahrsnächte. (Pollenflug!) 

M50 - Oc - Mon - 5m9

Observed! Dieser helle Sternhaufen steht vor einem problematisch reichen Milchstraßenhintergrund, der das Objekt erst in Feldstechern gut sichtbar werden läßt. So schätzt Ronald Stoyan auch, daß das Objekt gerade nicht mehr für das bloße Auge erreichbar ist. Der Amerikaner Steve Coe, der von Arizona aus beobachtet, merkt jedoch bei seinen Aufzeichnungen zu M50 an "It is just seen naked eye." Als Orientierung mag der 5m96-Stern HD 52312 dienen, der nur einen Vollmonddurchmesser westlich des Haufens situiert ist.

M55 - Gc - Sag - 6m4

Dieses Objekt ist definitiv nicht von Mitteleuropa ohne optische Hilfe erkennbar. Bei meinen Beobachtungen vom Südrand der norddeutschen Tiefebene konnte ich zufrieden sein, mit dem Teleskop überhaupt einen schwachen Fleck aus dem Horizontdunst zu fischen. Erst im südlichen Afrika und Australien erreicht der Haufen ähnliche Höhen wie in Mitteleuropa M13. In der Messier-Liste der "Astronomy Connection" ist so schon der Eintrag "Possible to see naked eye" zu finden.

M67 - Oc - Cnc - 6m9

Observed! Dieser Sternhaufen ist eine echte Herausforderung für den Beobachter. Die Suche beginnt bei Alpha Cnc und setzt sich nach Westen fort. Etwa in der Mitte zwischen den 5m bzw. 6m-Sternen 60 Cnc und 50 Cnc, sollte man in einer absolut transparenten und klaren Nacht, nach einem Nebelhauch Ausschau halten. Das Suchen wird durch den sternarmen Hintergrund etwas erleichtert. Mir erschien M 67 bei meiner Sichtung als winziger Nebel im Zentrum einer kleinen Sternkette. 

M81 - GX - UMa - 6m9

M81 ist wohl eines der anspruchsvollsten Ziele, die in diesem Messier-Katalog für das bloße Auge aufgenommen wurden. Wenn man einmal von den doch sehr unsicheren Fällen M83, M101 und NGC 5128 absieht, dann ist M81 das entfernteste, mit bloßem Auge noch wahrnehmbare Objekt am Himmel. Obwohl sie so günstig für unsere Breiten am Himmel steht, ist M81 doch ein entscheidendes Stück schwieriger, als M33. Nichts desto trotz ist sie momentan zum Objekt der Begierde vieler amerikanischer Beobachter geworden. Die ersten, mir bekannten Sichtungen gelangen von Schweden. Bis heute sind jedoch nur wenige Beobachter tatsächlich erfolgreich gewesen - darunter so klanghafte Namen wie Stephen O'Meara, Brian Skiff, Aristides Tzarellas, Brent Archinal und noch einige weitere. Skiff, der am Lowell Observatory tätig ist, hat recht ausführlich seine Beobachtung der Galaxie geschildert. Besonders problematisch sind laut seiner Aussage, die vielen schwachen Sterne östlich und westlich der Galaxie, die erst Stück für Stück mit einer Detailkarte als Sterne identifiziert werden müssen. Um die Schwierigkeit noch zu unterstreichen - Skiff konnte einen Stern mit V=8,0mag gerade noch mit indirektem Sehen halten. Trotz dieser sagenhaften Grenzgröße konnte er die Galaxie nur 5-10% der Zeit mit indirektem Sehen erkennen.

M83 - GX - Hya - 7m6

Eigentlich gehört M83, genau wie M55 in die Sparte "Südhimmel - Keine Erfahrungen". Unter südlichem Himmel bildet die Galaxie zusammen mit NGC 5128 eine große Herrausforderung für scharfe Augen, die man wohl am ehesten mit den Sichtungen von M81 von der Nordhalbkugel vergleichen kann. Wenn dann ist M83 ist wohl etwas einfacher wahrzunehmen als Centaurus A, benötigt aber wohl glasklaren Himmel. Zudem gibt es einfach zu wenige bestätigte Sichtungen.

M92 - Gc - Her - 6m4

Observed! An diesem Haufen habe ich mir schon mehrmals in Nachten mit fst 6m3-6m5 die Zähne ausgebissen. Schliesslich wurde ich in einer besonders klaren Nacht mit Zenitstand des Objekts fündig. Wenn man die Erscheinung erst einmal nachvollzogen hat, ist es immer wieder möglich, das Objekt zu identifizieren - auch unter etwas schlechteren Bedingungen - so meine bisherige Erfahrung.

Unter Die Suche beginnt bei Pi Herculis. Knapp nördlich ist eine Art "Haus vom Nikolaus zu erkennen, dessen Dach genau in Richtung Norden zeigt. Etwa 2,5° westlich vom Dach (Stern =  HD157482) steht ein gut erkennbarer 5m-Stern, den ich oft als Ausgangspunkt für die Suche nach M92 nutze. Wenn man jetzt weitere 2,5° nach Norden geht, so hat man die Position von M92 erreicht. Man kann also auch eine Art Lot fällen, oder sich  ein Dreieck aus den Sternen HD157482, HD155410 und M92 bilden. In diesem Falle steht HD155410 genau im rechten Winkel des Dreieckes. Solche Eselsbrücken sind sehr hilfreich bei der Suche nach solch schwachen Nebeln. Erleichternd kommt hinzu, das in der Umgebung von knapp 2° um M92 kein Stern heller als 7mag ist.

M93 - Oc - Pup - 6m2

Der Sternhaufen ist hell, und sollte sich recht gut von Xi Puppis aufsuchen lassen. Was seiner Sichtung wohl hauptsächlich im Wege steht, ist die geringe Höhe über dem Horizont in Mitteleuropa (nur 15-20°). Selbst so erfahrene Beobachter wie Steve Coe hatten trotz etwa 15° südlicherer Beobachtungsposition große Probleme, den Haufen zu erkennen. Coe konnte ihn in einer recht guten Nacht nur 10% der Zeit halten. Das unterstreicht noch einmal die Schwierigkeit dieses Objektes.

M101 - GX - UMa - 7m9

Dies ist wohl das schwierigste Objekt für die freisichtige Beobachtung auf dieser Liste! Karl Thurner weist darauf hin, das es  von M101 verschiedene Berichte über eine Sichtung mit dem bloßen Auge gibt. Die große Galaxie hat eine sehr geringe Flächenhelligkeit. Anscheinend spielt das Auge hier sämtliche Karten bei der Wahrnehmung flächiger, nebelhafter Objekte aus. Um M101 wirklich wahrnehmen zu können, braucht es wohl bessere Bedingungen, als sie selbst die Alpen bieten! Die Bortle-Scala hat mit Bortle 1 eine realistische Messlatte für die Sichtbarkeit solcher Objekte gelegt. (Realistisch ist hier jedoch ein sehr dehnbarer Begriff - soviel vorweg) Immerhin verlangt Bortle 1, daß M33 per direkter Sicht(!) ein auffälliges Objekt(!) für das freie Auge ist. Es sind wohl Grenzgrößen um 8m0 notwendig, doch solche Bedingungen findet man wohl nur in sehr abgelegenen, klimatisch extrem begünstigten Gebieten der Erde. Soviel zur Theorie. :-)

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